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2009

Von Beginn an zeigte sich das 2009 ein Jahr der extreme werden sollte. Wir starteten mit eisigen Temperaturen bis   -17,8°C Mitte  Januar in das neue Jahr. Und kühl ging es weiter bis Ende März. Ab April konnten wir dann einen rasanten Temperatursprung beobachten der gleichzeitig den Austrieb der Reben um den 12. April mit sich brachte. April und Mai verliefen durchschnittlich bis es beim einsetzten der Blüte Anfang Juni zu einem Kälteeinbruch kam, der die Blüte um ca. 2 Wochen verzögerte. Die darauf folgende Hitzeperiode ging mit zwei großen Gewittern Ende Juni bzw. Anfang Juli ab. Dies bereitete allen Winzern an der Mosel große Probleme im Bezug auf den Krankheitsdruck und verlangte uns einiges an harter Arbeit ab.
Diese beiden Ereignisse die kalte Witterung während der Blüte und der sehr hohe Krankheitsdruck führen zu einem von Beginn an geringen Traubenansatz – gut für die Qualität schlecht für die Menge.
Durch einen trockenen und kalten Herbst konnten wir die Traubenlese hinauszögern, so dass die Trauben noch zwei Wochen länger am Stock verbleiben konnten. Am 19. Oktober starteten wir  mit der Riesling-Hauptlese und schlossen diese Ende Oktober ab.
Ein kurzer aber traumhafter Herbst: Hohe Mostgewichte, gesundes Lesegut, tolle Traubenaromatik mit dem einzigen Wehrmutstropfen der sehr geringen Menge.

2008

Der Jahrgang 2008 ist ein klassischer Moseljahrgang. Er stellt die typischen Charakteristiken des Moselrieslings besonders heraus. Der gemäßigte Wetterverlauf ermöglichte uns, rassige, saftige, spritzige und elegante Rieslinge mit brillanter Mineralität zu ernten.
Der Austrieb ging spät vonstatten, dennoch begann die Blüte früher als sonst. Der kühle Sommer mit ausreichend Niederschlag ließ die Reben kontinuierlich und ohne Stress wachsen. Ein ebenso kühler August und September verzögerte die Reife etwas. Das meist trockene Wetter im Herbst, mit nur wenigen Regentagen, erlaubte es uns, die Trauben in trockenem Zustand zu ernten. Mit akkurater und intensiver Laubarbeit konnten wir die Trauben sehr lange gesund halten. Probleme mit Fäulnis hatten wir kaum. Anfang Oktober gab es einige sehr kalte Nächte, in denen die Temperaturen bis an die Minusgrade reichten. Die Blätter verfärbten sich schon früh und die Assimilation verlangsamte sich. Wir warteten mit dem Beginn der Lese bis Mitte Oktober. Die längere Reifezeit bevorzugen wir nicht nur der höheren Mostgewichte wegen, sondern besonders wegen der besseren Aromenentwicklung und physiologischen Ausreifung der Beeren. Wann wir die Trauben lesen, ist also vor allem von Geschmack und visuellem Eindruck abhängig.
Die Alkoholwerte liegen in diesem Jahr deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren. Das Süße-Säure-Spiel gibt den Weinen eine wunderbare Brillanz, sie macht diesen Jahrgang aus. Eine lange Lagerzeit auf der Feinhefe, bis zwei Wochen vor der Füllung Ende April, rundet die Weine ab und gibt ihnen Körper.

2007

Wo man auch hinhört, überall gibt es unter den Winzern nur zufriedene Gesichter und große Erleichterung über den Jahrgang 2007.
Weder an der Qualität noch an der geernteten Menge gibt es irgendetwas auszusetzen. Wir sind rundherum zufrieden. Dass 2007 ein Ausnahmejahr werden könnte, zeichnete sich bereits mit dem hochsommerlichen Monat April ab. Es gab keinen einzigen Tag, an dem die Tages-Temperatur unter 20° C gesunken wäre! Die Sonne leistete Rekordstunden, so dass das Rebenwachstum, auch dank des feuchten Spätwinters, mit Riesenschritten einsetzte und für die früheste Rebblüte seit dem legendären Jahrgang 1921 sorgte. Ende Mai war diese schwierige und für die weitere Qualitätsentwicklung entscheidende Hürde genommen. Es folgten vier durchwachsene Sommer- und Frühherbstmonate mit einer sehr kurzen und kräftigen Hitzephase Mitte Juli. Für die Entwicklung der Reben war die Abwechslung von warmen, nicht zu heißen Temperaturen, gelegentlichen Regenfällen und ausreichendem Sonnenschein – alles bewegte sich entlang der langjährigen Mittelwerte – eine ideale Konstellation, die eine frühe Ernte versprach.
Am 8. Oktober starteten wir mit der Rieslinglese und freuten uns den ganzen Monat über sehr sonniges, trockenes Erntewetter mit frischen Nächten. DieTrauben waren sehr reif und blieben kerngesund. Das sollte sich im Gegensatz zum Jahrgang 2006 auch bis zum Ende der Lese am 27. Oktober nicht ändern.
Die lange Vegetationsdauer - die Trauben hingen 2007 bis zu 135 anstatt normalerweise 100 Tage am Stock - schuf ideale Voraussetzungen für ausgesprochen mineralische und rassige Rieslingweine, die eine sehr reife, dem Jahrgang 2004 vergleichbare, Fruchtsäure, kristallklare Aromen und wunderbare Fruchtbalance aufweisen werden. Wir konnten das gesamte Spektrum der Rieslingweine ernten. Der Jahrgang 2007 gleicht in Menge und Güte dem Jahrgang 1983.